Club 75
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Besichtigung des Technischen Betriebszentrums München mit Verkehrsleitzentrale

Als sich am 25.09.2015 43 Teilnehmer mit den unterschiedlichsten Erwartungen zur Besichtigungstour des in 2009 durch den Stadtrat beschlossenen und 2013 in Betrieb genommenen  Neubaus des „Technischen Betriebszentrums“ (TBZ) der Landeshauptstadt München eingefunden haben, war den meisten nicht wirklich bewusst was sie erwarten wird und was sich hinter der Bezeichnung TBZ verbirgt.

Her Stiegler (Leiter des Standortes) hat uns sehr anschaulich und mit großer Freude über das erst vor kurzem gebauten Standort/Gebäude informiert und die Aufgaben des 38,5 Mio € teuren TBZ für die Landeshauptstadt München dargestellt. Allein die Elektroinstallationen beliefen sich auf 5,4 Mio €.

So werden von hier aus nicht nur ca. 1200 Lichtsignalanlagen (Ampeln) mit ca. 6300 Detektor-Messstellen zur Erfassung der Verkehrsmenge und die komplette Straßenbeleuchtung (ca. 100.000 Lichtmasten) gesteuert und überwacht, sondern auch noch ca. 380 Münchner Tunnels und Unterführungen, ca. 3300 Schaltschränke, ca. 400 Kameras, Parkleitsysteme, Wechselwegweiser, ca. 1 Million Verkehrsschilder, ca. 4500 Parkscheinautomaten, Anstrahlungen von historischen Gebäuden und Brunnen, Parkbänke gewartet und instandgesetzt. Interessant ist hierbei, dass täglich ca. 10 Lichtmasten, Ampelmasten oder Schaltschränke durch Verkehrsunfälle oder Vandalismus beschädigt oder völlig zerstört werden.

Alljährlich werden auch noch die Beleuchtung des Oktoberfestes sowie die Christbäume der Landeshauptstadt auf und abgebaut. Nach den Erläuterungen über das Gebäude in der Schragenhofstraße 6, 80992 München, brachte uns unser Rundgang zu den Werkstätten im Erdgeschoss in welchen die Schaltschränke konfiguriert, Lichtsignale repariert, Schilder beklebt sowie Licht- und Ampelmasten geschweißt werden. Zusätzlich zu den Elektro- und Schlosserwerkstädten befindet sich auch noch eine Schilderwerkstatt, Schreinerei und Lackiererei im Haus.

Wir verlassen die Werkstätten und gehen hinüber in das Hochregallager der LHM. Dort werden neben den Schildern, Leuchten, Detektoren, Lichtsignalen usw. unter anderem auch von nahezu jedem Straßennahmen ein Email-Straßennamenschild bereitgehalten, um es sofort ersetzen zu können, falls es bei einem Unfall beschädigt wurde.

Außerhalb der Lagerhalle führt uns unser Rundgang am Standard-Mastenlager vorbei zu den historischen Masten, wie sie z.B. am Königsplatz oder der Briennerstraße stehen.

Wir marschieren weiter und stehen plötzlich im Wald. Im sogenannten“ Schilderwald“. Dort stehen wir zwischen ca. 3000 mobiler Verkehrszeichen wie sie für die Einrichtung von Baustellen, Veranstaltungen und Staatsbesuchen benötigt werden.

Bei einem kurzen Abstecher an den Zaun können wir dann auch noch den Lebensraum (Gebüsch) des Moosacher-Salamanders bewundern, dessen Population jährlich gezählt wird. Damit der Salamander hier leben kann, wurde beim Bau auf hunderte Quadratmeter Außenlagerfläche verzichtet.

Wir laufen nun zurück zum Haupthaus und dürfen nach ausführlicher Erläuterung über das Verhalten bei Brandalarm ausnahmsweise tief im Keller in den Rechnerraum. Hier laufen alle Fäden der der kompletten Verkehrstechnik und Straßenbeleuchtung zusammen. Bei Brandalarm müssen alle Personen innerhalb 30 Sekunden den Raum verlassen haben, da er dann mit Argon-Gas geflutet wird. Der im Raum enthaltene Sauerstoff wird verdrängt und der Brand wird dadurch gelöscht.

Nun haben wir es fast geschafft und stehen kurz vor dem Highlight des Rundgangs, der Verkehrs-Leitzentrale.

In der Verkehrs-Leitzentrale sitzen 3 Bereiche der Landeshauptstadt München zusammen in einem Raum vor der mit 17 Meter breiten, Europas größten Multimedia-Videowand.

Die 3 Bereiche bestehen aus Mitarbeitern des Kreisverwaltungsreferats (KVR) als anordnende Gewalt, die Polizei als ausführende Gewalt und Mitarbeiter des TBZ als technisches Bindeglied zur Wache und Instandhaltung.

Am Ende waren die Teilnehmer sichtlich angetan und überrascht, welcher Aufwand von Seiten der Landeshauptstadt München betrieben werden muss, um den täglichen Straßenverkehr am Rollen zu halten und die Nächte für uns Bürger sicher zu machen.

 

Gerhard Egginger

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