Club 75
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Besichtigung der Forschungsneutronenquelle

Heinz Meier-Leibnitz FRM II Garching

In Garching bei München steht das alte Atom-Ei. Das war von 1957 bis 2000 als Forschungsneutronenquelle FRM in Betrieb.

 

Am Freitag 09.08.2013 hat unser Meisterclub75 im sehr kleinen Kreis bei Dauerregen die Forschungsneutronenquelle Heinz Meier-Leibnitz FRM II besichtigt. Unser Clubmitglied Rainer Bierbaum arbeitet dort als Verantwortlicher Techniker am Forschungsinstrument RESEDA und hat die Führung organisiert. Die Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Technischen Universität München (TUM) in Garching. Der FRM II ist wie ein sehr kleines Kernkraftwerk für Laborbetrieb. Im Reaktor werden Neutronen erzeugt. Diese werden durch Neutronenleiter aus beschichtetem Glas an 25 verschiedene Messinstrumente geleitet. Die Neutronen werden als Sonden in der Physik, Chemie, Biologie und den Materialwissenschaften eingesetzt. In so einem Messinstrument wird eine Probe mit den Neutronen bestrahlt. Dabei kann zerstörungsfrei in das Innere der Probe gesehen werden. Das ist vergleichbar mit einer Röntgenaufnahme.

Im Neutronenstrahl können beispielsweise die Strukturen und Eigenschaften neuer Materialien (z.B. Supraleiter, Energiespeicher), die atomaren Ursachen von Materialermüdung sowie das Innere komplexer Werkstücke zerstörungsfrei sichtbar gemacht werden. Wichtige Arbeitsgebiete am FRM II sind auch die extrem gleichmäßige Dotierung von Silizium für Hochleistungselektronik, die Herstellung von Radiopharmaka und die Direktbestrahlung oberflächennaher Tumore mittels schneller Neutronen zur Krebstherapie. Die mehr als 25 wissenschaftlichen Geräte werden von Forschergruppen betrieben, die deutschen Universitäten, der Max-Planck-Gesellschaft oder den Helmholtz-Zentren angehören.

Für unsere Elektromeister gab es sehr viel Elektrotechnik und Messtechnik zu sehen. In elektrischen Spulen werden Magnetfelder erzeugt. Mit diesen Magnetfeldern werden die Neutronen und Proben beeinflusst. Magnete mit einer Feldstärke von mehr als drei Tesla können eingesetzt werden. Da denke ich immer wieder an die Vorträge von Herrn Schmid über den Magnetismus.

 

Ein Beispiel ist, wie zur Kontrolle der optimalen Schmierung in einen Verbrennungsmotor hinein gesehen wird.

Im Hintergrund des Experimentierbetriebs wird ein sicherer Betrieb und die Funktionsfähigkeit des Reaktors sichergestellt:

  • Das Sicherheitskonzept genügt höchsten Ansprüchen und wird durch passive und aktive Sicherheitseinrichtungen erreicht.
  • Das beim FRM II realisierte Kompaktkernkonzept in Form eines Uransilizid-Aluminium-Dispersionsbrennstoffs, innovative Neutronenstrahlführungen, Bestrahlungsanlagen und sekundäre Neutronenquellen befriedigen die hohen Ansprüche moderner Experimente an und mit Neutronen.

Unsere Gruppe wurde von Herrn Riedel in 2 ½ Stunden zu den wichtigsten Punkten, wie Reaktorbecken und Radiographie geführt. Anschließend haben wir uns noch gemütlichen in der Hütte des Gasthof Neuwirt in Garching bewirten lassen.

 

R. Bierbaum

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